Schnarchen kann gefährlich sein!

1. Iserlohner Schlafkongress 28.Mai 2016, Beginn 10,00 Uhr im Parktheater Iserlohn FLYER
Das Schlafapnoe-Syndrom
Von Freddy Klahold
Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom ist ein Beschwerdebild, das durch Atemstillstände während des Schlafs, sogenannte Apnoen, verursacht wird. Vordergründig manifestiert sich dieses Krankheitsbild durch ein welt-
bekanntes, uraltes Phänomen: das Schnarchen.

Nicht jeder Mensch schnarcht. Es bedarf schon besonderer Umstände, damit dieses Geräusch entsteht. Die Muskelspannung lässt bei allen Menschen im Schlaf nach. Auch die Muskeln im Rachen und der Zungenmuskel, der die Zunge nach vorne zieht, erschlaffen während des Schlafs. Rachenwand, weicher Gaumen und Zungenwurzel nähern sich bei der Einatmung durch den Sog, der von der Lunge ausgeht, und durch die verringerte Muskelspannung einander an. Im Normalfall reicht die Muskelspannung jedoch immer noch aus, um den Rachen weit genug offen zu halten, sodass die Luft ungehindert hindurchströmen kann.
Anders beim Schnarcher: Hier kommt es aufgrund der entspannten Rachen- und Zungenmuskulatur zu Verengungen. Im Bereich dieser Engstellen strömt die Luft beim Einatmen schneller. Der beschleunigte Luftstrom bringt die Weichteile im Rachen verstärkt zum Vibrieren. Der Schlafende beginnt zu schnarchen.
Schnarchen tritt vor allem dann auf, wenn man auf dem Rücken liegt. Die Zungenwurzel fällt in der Rückenlage ein wenig nach hinten zur Rachenwand hin; und da der Hauptzungenmuskel vor allem im Tiefschlaf entspannt ist, wird der Schwerkraft nicht gegengesteuert. Die Folge: Es kommt zu einer Enge im Rachenraum; dadurch beschleunigt sich der Luftstrom, und die Weichteile im Rachen werden in Schwingungen versetzt – das charakteristische Schnarchgeräusch entsteht.

Krankhaftes Schnarchen
Gefährlich wird das Schnarchen, wenn es dabei zu einem Verschluss der oberen Atemwege während des Schlafs kommt und dadurch die Atmung zeitweise aussetzt. Diese Atemaussetzer bezeichnet man als obstruktive (verschlussbedingte) Apnoen. Durch diese Atemstillstände wird der lebenswichtige Gasaustausch beeinträchtigt: Während der Atempausen sinkt der Sauerstoffgehalt des arteriellen Blutes ab, da kein Nachschub aus der Atemluft kommt. Infolgedessen kommt es auch zu einem Sauerstoffmangel in den Körpergeweben, die vom Blut mit Sauerstoff versorgt werden. Gleichzeitig kann das Kohlendioxid, das von den Zellen ans Blut abgegeben wird, nicht mehr abgeatmet werden: Der Kohlendioxidgehalt des Blutes steigt übermäßig an.
Der Sauerstoffmangel, der Anstieg der Kohlendioxidkonzentration im Blut und die verzweifelten Atemanstrengungen des Schnarchers (der ja trotz seiner verschlossenen Atemwege nach Luft ringt) werden vom zentralen Nervensystem registriert und führen zu einer lebensrettenden kurzen Weckreaktion, durch die der Patient wieder Luft bekommt. Dieser erste Atemzug nach der Atempause ist in der Regel mit einem lauten Schnarchgeräusch verbunden, weil sich der Verschluss gelöst hat, der Rachen aber noch eng ist und durch den hohen Atemantrieb aufgrund der kritischen Situation die Einatmung besonders heftig erfolgt. Nachdem die Atemwege nun offen sind und sich die Atmung normalisiert hat, schläft der Betroffene wieder ein – bis zur nächsten Atempause.
Kommt es innerhalb einer Stunde zu mehr als zehn Atemaussetzern, spricht der Arzt von einer obstruktiven Schlafapnoe.
Ein Faktor, der Schnarchen und Schlafapnoe begünstigt, ist Übergewicht. Doch auch mit zunehmendem Alter wird Schlafapnoe immer häufiger. Denn im Alter verringert sich unsere Muskelspannung mit dem Effekt, dass auch die Gewebeteile im Rachenraum schlaffer werden.
Aber selbst Jugend und Schlankheit sind keine Anti-Schnarch-Garantien: Es gibt auch junge Menschen, die topfit sind, kein Gramm zu viel auf den Hüften haben und trotzdem schnarchen wie die Weltmeister.

Diagnose im Schlaflabor
Ob man an Schlafapnoe leidet, wird im Schlaflabor diagnostiziert. Dieser stationären Untersuchung geht eine Voruntersuchung beim niedergelassenen Facharzt voraus, der den Verdacht auf Schlafapnoe feststellt. Im Schlaflabor werden am Körper des Patienten Sensoren mit Kabeln befestigt. So wird eine Reihe von Körperfunktionen registriert, aus denen man eine Schlafapnoe feststellen kann. Zur Behandlung erhält der Patient ein Überdruckbeatmungsgerät mit einer Maske. Dieses hilft, die gefährlichen Atemaussetzer beim Schlafen zu verhindern.
Bei der nächtlichen Untersuchung im Schlaflabor werden zahlreiche Körperfunktionen registriert wie z. B. die Hirnströme und die Herzaktivität, der Atemstrom an der Nase, Herzschlag und Sauerstoffsättigung des Bluts, Augen- und Atembewegung und die Muskelspannung des Kinns. Der QR-Code führt Sie zu einer ausführlichen Beschreibung darüber, was im Schlaflabor im Einzelnen geschieht.

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Über Freddy Klahold

1. Vorsitzender der Selbsthilfegruppe Schlafapnoe/Atemstillstand Iserlohn e.V
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