„Schlafapnoe-Versorgung vor dem Aus?“

Pressemeldung für die Podiumsdiskussion am 26. Februar 2014 von 15 bis 17 Uhr, Jade Hochschule Wilhelmshaven, Friedrich-Paffrath-Straße 101, 26389 Wilhelmshaven

Schlafbezogene Atmungsstörungen beeinträchtigen die Lebensqualität, Morbidität und Mortalität der Patienten. Ihrer Prävalenz wegen haben sie auch enorme Auswirkungen auf unser Gesundheitswesen und die Volkswirtschaft!
Schlafbezogene Atmungsstörungen sind inzwischen als ein erheblicher Risikofaktor für arterielle Hypertonie, Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern, Insult, Diabetes mellitus und das metabolische Syndrom identifiziert. Unbehandelt beeinträchtigen sie infolge reduzierter Vigilanz die Leistungsfähigkeit am Arbeitplatz und führen im Straßenverkehr zum gefürchteten Sekundenschlaf.

Je mehr die Wissenschaft über das Wesen der schlafbezogenen Atmungsstörung in Erfahrung bringt, desto radikaler fällt in jüngster Zeit die Einsparstrategie der Kostenträger aus. Wir wissen heute beispielsweise, dass sich die technisch hochentwickelten Druckatmungsgeneratoren für Schlafapnoe-Betroffene nicht ohne eine erneute Polysomnografie im Schlaflabor gegen die Produkte anderer Hersteller austauschen lassen: Die Regelungstechnik und die Hersteller -spezifischen Algorhythmen der verfügbaren Geräte unterscheiden sich im Detail dergestalt, dass sich bei einer Geräte – Umversorgung ohne erneute Anpassung und Überprüfung der Wirksamkeit in Verbindung mit adäquater Diagnostik, gravierende Nachteile für die Gesundheit der Patienten ergeben. Die Kostenträger – z.B. die Techniker Krankenkasse als Vorreiter oder die AOK Rheinland/Hamburg, die jetzt nachgezogen hat – haben bei der Festlegung der Versorgungspauschalen plötzlich das Instrument der Ausschreibung anstatt der bisher praktizierten Verhandlung mit den Homecare Providern entdeckt. Dabei ist das ausschließliche Vergabekriterium nur noch ein möglichst niedriger Preis. Diese Entwicklung führt unweigerlich zu einer Versorgung mit Billiggeräten und unterbindet eine für die Therapietreue unumgängliche Information und Betreuung der Betroffenen. Patienten werden beim Wechsel des Providers von heute auf morgen ihre bisherigen Geräte, auf die sie eingestellt worden sind, weggenommen und durch billigere Geräte ersetzt.

Unsere Podiumsdiskussion wird diese katastrophale Entwicklung thematisieren und mit einem Verantwortlichen der ersten bundesweiten Ausschreibung durch die Techniker Krankenkasse und einem Vertreter des Unternehmens, welches das größte Los gewonnen hat, diskutieren. Weiter nehmen an der Talkrunde teil: Der Schlafmediziner Dr. Andreas Möller, der Medizinrechtler Alexander Reents und Prof. Thomas Netzel von der Hochschule für angewandte Wissenschaft, Hamburg, der sich seit langem mit der Technik der Druckatmungsgeneratoren auseinandersetzt. Initiiert ist die Veranstaltung (für die 2 CME-Punkte vorgesehen sind) vom Leiter des Arbeitskreises Schlafapnoe Niedersächsischer Selbsthilfegruppen, Reinhard Wagner. Moderiert wird die Veranstaltung vom Chefredakteur der Patientenzeitschrift „das schlafmagazin“ und Vorsitzenden des Bundesverbandes Schlafapnoe und Schlafstörungen Deutschland e.V., Werner Waldmann.

Arbeitskreis Schlafapnoe Niedersächsischer Selbsthilfegruppen e.V., Weserstraße 8, 26382 Wilhelmshaven, http://www.asn-schlafapnoe.de; Bundesverbandes Schlafapnoe und Schlafstörungen Deutschland e.V. (BSD), Panoramastraße 6, 73760 Ostfildern, http://www.bsd-selbshilfe.de

SHG Schlafapnoe/Atemstillstand Iserlohn e.V., http://www.schlafapnoe-Iserlohn.de

Über Freddy Klahold

1. Vorsitzender der Selbsthilfegruppe Schlafapnoe/Atemstillstand Iserlohn e.V
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